Neuseeland – Am anderen Ende der Welt und doch zu Hause

Neuseeland – Am anderen Ende der Welt und doch zu Hause

Dieser Artikel behandelt folgende Themen:

  • 5x ‘A’ – Abreise, Ankunft, Autokauf, Auckland, Aufbruch
  • Nordinsel
  • Lake Waikremoana Great Walk
  • Tongariro Circuit Great Walk
  • Wiedersehen in Wellington

5x ‘A’ – Abreise, Ankunft, Autokauf, Auckland, Aufbruch

So nun geht es nach Neuseeland. Neuseeland soll für mich ja dann auch das teuerste Pflaster der ganzen Reise werden. Das Gute daran Schweizer zu sein. Praktisch jedes Land welches man besucht ist (ein wenig) günstiger. Wegen dem möchte ich an dieser Stelle auf keinen Fall himmelhochjauchzend in die Höhe springen, wird dieser Aufenthalt doch ein schönes Loch in die Reisekasse reissen. Zudem finde ich Neuseeland als Land welches ich mit der Schweiz vergleichen kann eine gute «Transit-Destination» um danach Asien unsicher zu machen 😉

Von der Abreise in Chile bis zum Aufbruch mit Auto ins neue Abenteuer war es jedoch ein Theaterstück in fünf Akten:

  • Abreise

Am Abend am Flughafen in Santiago fing es an. Ich natürlich super ober spontan/schlau habe nicht nachgeschaut was so die Einreisemodalitäten betrifft. Siehe da, die ersten Probleme flatterten mir schon am Flughafen ins Gesicht. «Sir you don’t have a return ticket or another flight ticket from New Zealand to another country, is that right?” In der Tat, that’s right. Nun, Check-in ohne Weiterflug aus Neuseeland raus gibt’s schon mal nicht. Mir kam, natürlich sehr spontan, die Idee in den Sinn, die ich mit meinem Kumpel vor 3 Jahren schon angewendet hatte. Die könnten mir ja einfach ein «Fake-Ticket» ausstellen wie damals in Peru und Bolivien. Denkste. Die beste Lösung war dann ein Rückflug von Auckland nach Santiago zu buchen, zum vollen Preis versteht sich. Den ganzen Betrag kann ich danach in Neuseeland wieder zurückerstatten wenn ich das Ticket storniere. Juhu… Denkste. Meine Kreditkarten streikten, Flughafen Wifi funktioniert nicht. Da ich nicht wie einer meiner besten Freunde von zu Hause 5h vorher am Flughafen bin, kam ich allmählich in Zeitnot. Also runter zu einem Shop, einen überteuerten Anruf in die Schweiz getätigt, erfahren das der angebliche Ticketkauf als «korrupt» eingestuft wurde… bla bla bla. 10 Minuten später hatte ich mein «Ticket» dann doch noch. Handgepäckkontrolle, Boarding, Abendessen und ein paar Gläser Wein später schlief ich im top mordernen Dreamliner (Boeing 787) ein. Noch nie hatte ich solange gepennt in einem Flugzeug, hatte ich doch eine mittlere Sitzreihe für mich selbst ergattert :-).

  • Ankunft

Yeah, früh am Morgen um 05:00 kam ich in Auckland an, schaue aufs Datum und «zägg» war ein Tag verloren, aus dem Nichts. Gepäck geholt und der Morgenkaffee in Reichweite. Denkste. Super, Special, Random Check nach der Passkontrolle. Ein übergrosser roter Sticker war selbsterklärend. Die für mich zuständige Person kontrollierte alles, jedes kleinste Fach beider Rucksäcke, jedes Kleidungsstück, alles. Als ich helfen wollte kam nur die Anwort «If you touch anything just a little bit, we have to start over». Ok, dann sitze ich halt gelangweilt rum. Ging nicht. Warum? Natürlich gab es noch fragen wie: “How did you afford this trip”, “Did you pay by yourself for the ticket”, “Do you have enough money to live/travel in New Zealand”, “Do you know any Persons in New Zealand” “Why do you have long hair” (ok das hatte Sie nicht gefragt ;)) usw… Der schlimmste Check in meinem Leben, in keinem anderen Land, wo man es evtl. (vorurteilsmässig halt) erwarten könnte, wurde ich so einer, insgesamt dauerte es fast 2h, Prüfung unterzogen. Etwas Gutes konnte ich dem ganzen dann doch noch abgewinnen. Meine Wanderschuhe waren zu dreckig für eine Prüfung und da ich meine Sachen nicht mehr anfassen durfte, wurden sie für mich von einem anderen Typen der Border-Security geputzt :-p

  • Autokauf

Was, Autokauf vor dem Kapitelpunkt “Auckland”, ja :p. In Chile habe ich mich schon schlau gemacht, wo es etwaige Occassion-Karren zu kaufen gibt in Neuseeland. Mit dem einen Typen aus Deutschland habe ich mich dann am Flughafen verabredet, sprich er holt mich mit meinem evtl. zukünftigen Auto ab, was für ein Service. Da ich den Security-Super-Special Random Check habe über mich ergehen lassen müssen, musste ich nicht mehr lange am Flughafen verweilen. Das Auto war leider ein wenig neuer als der Durchschnitt der Gebrauchtwagen, teurer und nicht nach meinem Gusto ausgerüstet. Ein anderer «Chlapf» muss her. Im Hostel in Auckland angekommen, Wifi angemacht, flatterte schon die nächste Nachricht ein. Da ein anderer Typ den Besichtigungstermin abgesagt hatte, konnte ich ein anderes Auto schon 5h nach meiner Ankunft in Neusseeland besichtigen. Die Karre, ein Toyota Estima 1995, gehörte einem deutschen Pärchen die damit 6 Monate rumgekurvt sind. 30 Minuten später war alles fix. Der Campervan ist gut ausgerüstet und man kann das Bett in ein Sofa verwandeln, bei Regenwetter ein gewaltiger Vorteil. Das ganze Prozedere der Kaufabwicklung wird dann am nächsten Tag erledigt.

  • Auckland

Bin ich hier in Bangkok oder einer anderen asiatischen Grossstadt? Ich glaube nicht. Dennoch war hier überall «Chinatown». Praktisch nur Asiaten auf den Strassen, jedoch keine Touris sondern solche die hier her gezogen sind. Im Hostel dann… (man muss fairerweise sagen, dass die «normalen» Hostels alle voll waren und ich ins sogenannte «Base» ging. Wenn ihr in Neuseeland wart, versteht ihr wo von ich spreche)… «little-Germany»??? Praktisch nur Deutsche waren dort, die meisten zirka 18-19, alle Typen (fast alle) mit dem Frisurtyp «Huubä» und alle Mädels «Trend-Veganer» und «Yoga-Pants-Anbeterinnen». Sogar im Hostel war teilweise alles noch in Deutsch angeschrieben. Mit einer deutschen Kreditkarte gab es sogar Rabatt, haha, bin ich doch im Besitzer einer Solchen, etwas Positives muss man der Situation ja abgewinnen :-p. Der Altersdurchschnitt war ziemlich tief, die meisten sind hier um ihr «Gap-Jahr» nach der Matura zu erleben. Sprich Work&Travel. Die, die damit am Ende waren, konnte man dann in den Topf «Ich bin zwar erst 18-20, habe aber jetzt nach diesem Jahr mega die Lebenserfahrung. Klingt total unfair von mir, ist es auch. Ich war noch der grössere Volltrottel in diesem Alter, aber man sieht es halt schon mit anderen Augen, der 30igste Geburtstag «vor der Tür». ;-). Aber es trifft ja nicht auf alle zu, ein paar Leute vom Typ «cool» waren auch dabei.  Das Hostel im Allgemeinen… naja. Das mir zugewiesene Zimmer war voll… logisch weil es das Staff-Zimmer war und nach meiner Bitte mir mein richtiges Zimmer und Bett zu zeigen ging das organisatorische Chaos weiter. Nach all den guten Hostels in Südamerika, war das erste in Neuseeland das schlimmste meiner bisherigen Reise. Am restlichen Tag durchwühlte ich alle Shops in Auckland auf der Suche nach zusätzlichem Camping-Material. Glücklicherweise sind die meisten Camper-Vans die man von anderen Leuten kauft schon gut ausgestattet.

 

Etwas kleines nebenbei zum 'Veganer sein'

Nichts, absolut nichts habe ich gegen Veganer, grosses Ehrenwort. Selbst kenne ich ein paar Veganer oder Vegetarier. Viele Diskussionen wurden schon während der ganzen Reise geführt und alle kamen zum gleichen Schluss:

Wenn man einen Veganer kennenlernt, weiss man spätestens nach den ersten 3-5 Minuten, dass er Veganer ist. Nicht weil man es sieht oder man nachfragt, sondern weil es einem unter die Nase gerieben wird. Dasselbe bei Einleitungstexten zu Social-Media Profilen, bei denen der Einleitungstext dann so aussieht: «I love to travel around the world», «I am Vegan» oder «I am looking for the best vegan food in every city».  Wie doof würde es klingen wenn ich schreibe «I am looking for the juiciest steak in every city» oder ich nach 3 Minuten Gespräch sagen würde « Ich bin ein Fleischesser»… Warum das diese Praktik im Alltag weit verbreitet ist weiss ich nicht, egal :-p Wichtig ist, es betrifft logischerweise nicht alle Veganer.

 

 

  • Aufbruch

Nach meiner ersten Nacht in Auckland ging es am Morgen früh los. Das deutsche Pärchen holte mich in der Stadt ab. Wir fuhren in einen Vorort und im dortigen Postladen musste ich nur ein Papier ausfüllen, unterschreiben, fertig. Das Auto gehörte mir (nach der Zahlung natürlich) :). Die beiden waren so nett und nahmen mich noch mit zu ihrer Woofing-Familie, wo sie mir noch Tipps und Orte so a la «versteckte Schätze» in Neuseeland mit auf den Weg gaben. Noch am selben Tag fuhr ich los und spulte zirka 80km zum ersten Camping ab. Am nächsten Tag sollte ich dann Michael treffen, auch ein «Gummihals» :-p, aber einer der Sorte «cool». In Chile hat mich Allan begleitet und im Camper Van alleine zu reisen war mir dann doch zu teuer. Also habe ich in einer der vielen Backpacking-Gruppen (Tinder für Reisegefährten) Michael kennengelernt, der die gleichen Vorstellungen des Reisens hat wie ich (Finanzielle Mittel, Präferenzen, Meinung über andere Backpacker-Typen etc. ).

 

Camping in Neuseeland
Beim Schreiben dieses Textes sind schon 30 Tage in Neuseeland verstrichen und zum Thema Camping dementsprechend mehr Erfahrungen gesammelt worden. Leider ist es nicht so wie z.B. in Chile. Man darf nur auf offiziellen Campingplätzen campen wenn man keinen Self-Contained Camper besitzt. Hinzu kommt das die meisten Berge oder andere schöne Landschaften als privates Gelände gekennzeichnet sind und man diese nicht einfach so betreten kann ohne Bewilligung. Ist äusserst schade, denn das Beste ist doch wenn man einfach spontan irgendwo einen Berg hochwandern kann ohne Wanderweg, querfeldein. Immerhin hat es einige Campingplätze die kostenfrei sind, die die was kosten, besitzen immerhin mittelmässige bis sehr gute Facilities auf.
"Mamasita"

“Mamasita”

 

Nordinsel

So nun sind wir also zu zweit unterwegs mit dem Ziel die Nordinsel unsicher zu machen. Als erstes auf dem Programm, einkaufen. Wir besuchten die Kaitefalls wo wir noch ein erfrischendes Bad nehmen konnten. Zudem wurde das Auto einmal komplett aus -und wieder eingeräumt. Dieses Prozedere führten wir die kommenden Tage noch mehrmals durch bis wir endlich unsere Camper-Struktur gefunden hatten.

Da Michael und ich Lord of the Rings fans sind (er noch viel mehr, er könnte quasi als real-time Synchronsprecher die Filme Nachplappern :-)) mussten wir, wenn wir schon in Neuseeland sind, die Filme anschauen. Die Filme wurden heruntergeladen (natürlich extended Version) und dann kontinuierlich angeschaut :-p. Das erste Nerd-Highlight kam dann am nächsten Tag. Wir besuchten das «Shire» (Auenland) Filmset. Ich meine die ganze Trilogie ist ja schon wirklich eindrücklich, doch wenn man erfährt was noch alles mehr dahintersteckt, dann haut es einem fast weg. Vor allem in Anbetracht der effektiven Minuten im Film wo das Filmset in Erscheinung ist.

Hobbit-Höhle :-)

Hobbit-Höhle 🙂

Die nächsten Tage fuhren wir den «Pimmel» ab, besser beschrieben als das «Eastland» :-D. Die meiste Zeit waren wir alleine auf der Strasse unterwegs. Die Landschaft schön, nicht umwerfend, aber hier wohnt praktisch keine Menschenseele.

Mittelmässige Landschaft in Neuseeland :-p

Mittelmässige Landschaft in Neuseeland :-p

Waikremoana Great Walk

Details zu dieser Wanderung
  • Standort = Nordinsel
  • Distanz = 46km
  • Tage = 2
  • Landschaft = See mit vielen Ausläufern, der Weg führt die meiste Zeit durch den Wald der den See umgibt. Dennoch bietet sich eine grossartige Aussicht aufgrund der Erhebungen die man hoch wandert.

Unser Weg führte Richtung Waikremoana wo wir unseren ersten «Walk» machen werden, welcher sogar einer der 9 «Great Walks» in Neuseeland ist. Das doofe an den Great-Walks in Neuseeland, man  muss die Campsites oder die Hütten vorbuchen. Selbst das Campen kostet 15$ pro Nase. Was viele jedoch nicht wissen: Bei praktisch allen Walks kann man frei campen wenn man min. 200m vom Wanderweg entfernt ist oder 500m von einer Hütte. Für diesen Walk jedoch, weil er sich in steilem waldigen Gebiet befindet, hatten wir eine Campsite gebucht. Wir hatten vor den Walk in 2 statt 3-4 Tagen abzulaufen. Das sollte sich dann für alle weiteren Wanderungen fortführen, da Michael und ich ziemlich fit sind wenns ums Wandern geht und die Zeitangaben noch schlimmer als in der Schweiz sind. Ein Neuseeländer meinte die vorgegebenen Zeiten seien für einbeinige Australier gedacht  :-p. Zudem konnten wir so Gepäck sparen weil wir weniger Nahrung mitnehmen mussten. Da ich durch diverse Autoeinbruchgeschichten vorbelastet war, nahm ich, paranoid wie ich bin, alle meine elektronischen Wertsachen mit. Die Gewichtseinsparung durch die wegfallenden Tage somit zunichte. Egal die 46km spulten wir in zwei Tagen ab, wobei wir uns am zweiten Tag sputen mussten. Der Waikremoana Walk ist nämlich keine «Kreiswanderung» sondern von A nach B. Der Weg zurück muss man mit einem Water-Taxi unternehmen, was leider viel Geld kostet. Nun wir hatten keines vorgebucht und mussten deswegen pünktlich am entsprechenden Ort sein. Wir erreichten das Ziel in Rekordtempo, aber sichtlich erschöpft, rechtzeitig. Die Wanderung blieb nicht Ereignislos. Unterwegs dachte ich mal ich hätte den Autoschlüssel verloren und Michael hatte sein Smartphone im Water-Taxi liegen gelassen. Halb so wild, beides wurde wieder gefunden :-). Ach ja, meine Hassliste für Tiere hat einen Eintrag mehr. Direkt von 0 auf den zweiten Platz hinter der Mücke und vor den unnötigen fliegenden Ratten, die Sandfliege. Unglaublich wie so ein kleines, unnützliches Mistvieh einem auf die Eier gehen kann. Da ich einen ganzjahres Teint habe, war das Massaker an meinen Füssen/Beinen nicht sichtbar doch alle Bleichgesichter waren übersäht mit roten Flecken. 😛

Was für eine Aussicht über den Lake Waikremoana

Was für eine Aussicht über den Lake Waikremoana

Kristall klares Wasser

Kristall klares Wasser

Jetzt war erst mal duschen und Elektroschrott aufladen angesagt. Am besten ging das in Neuseeland auf den Bezahl-Campings oder in den Bibliotheken. Letzteres ist/war meistens voll mit der Gattung Gummihals :-p  So vergingen zwei ziemlich ereignislose Tage ,bevor wir unseren zweiten Walk starteten, den Tongariro Ciruit.

 

Tongariro Circuit

Details zu dieser Wanderung
  • Standort = Nordinsel
  • Distanz = 43km
  • Tage = 2
  • Landschaft = Man wandert permanent durch Vulkanlandschaft, die Sicht auf den fast perfekt, kegelförmigen Berg “Mount Ngauruhoe” den Lord of the Rings fans besser bekannt unter dem Namen “Mount Doom” (Schicksalsberg). Bei guten Wetter, was wir am zweiten Tag leider nicht hatten, erstrahlen die diversen Lagunen in wunderbarem Blauton.

 

So wie der Lake Waikeremoana Walk ist auch der Tongariro Ciruit als “Greak Walk” gebrandmarkt. Heisst also wir “sollten” ein Camping fürs Zelten im Voraus buchen. Zuerst wurde natürlich das Wetter abgecheckt, es handelt sich dieser Jahr um einen katastrophalen Sommer wie wir von mehreren Locals erfahren haben. Für die besten Tage sind natürlich die ungünstig gelegenen Campings noch verfügbar. Wir wollten auch hier statt 3-4 Tage das ganze in 2 Tagen abwandern, was ohne Probleme möglich war, zirka 21km pro Tag waren es. Nun denn, wir haben eines der ungünstigen Campings gebucht und versuchten dann Vorort zu verhandeln. 🙂 Nach 10min im Wald wurde ich schon wieder wahnsinnig. Ich mag Wald, aber ich wandere um eine Aussicht zu erhalten. Tada, mein Wunsch wurde von einer höheren/düsteren Macht erhört. Nach dem Wald befanden wir uns bei bestem Wetter in einer kargen Vulkanlandschaft wieder. Im Zentrum der Wanderung steht der Mount Ngauruhoe, welchen wir im Perimeter umwandert haben in den zwei Tagen. Die meisten Leute bewältigen “nur” das Tongariro-Alpine-Crossing welches eine 1-Tages Wanderung ist. Dementsprechend waren nicht viele Leute auf dem Rundkurs unterwegs, welcher die meisten Teile des Crossings beinhaltet. Zudem sind wir gegen den Uhrzeigersinn gestartet, was als planerischer Coup in meine Reise eingetragen werden kann, da wir praktisch die einzigen waren in dieser Richtung :-p.

Kurzer Side-Walk zu einer Lagune

Kurzer Side-Walk zu einer Lagune

Vulkanisches Gebiet rund um "Mt Doom"

Vulkanisches Gebiet rund um “Mt Doom”

Ein weiteres Bild des ersten Tages auf dem Tongariro Circuit

Ein weiteres Bild des ersten Tages auf dem Tongariro Circuit

Tongariro Circuit

Tongariro Circuit

Bei unserem Camping angekommen informierten wir den dortigen Warden/Ranger, das wir dummen Touris einen “Fehler” bei der Buchung vorgenommen hatten, was mir natürlich ansonsten nie passiert (dachte ich zu diesem Zeitpunkt zumindest, wurde aber eines besseren belehrt 2 Wochen später) :-D. Der Ranger, so nett wie die alle hier sind, telefonierte kurz mit seinem Kumpel des nächsten Camping und schwupps, alles natürlich kein Problem und wir konnten zum nächsten Camping vorrücken, läppische 7km. Dort angekommen genossen wir einen tollen Sonnenuntergang mit Sicht auf den Vulkan. Später scheiterte ich kläglich, bei meinem allerersten Versuch und ohne jegliche Kenntnisse in diesem Bereich, einen Sternenhimmel mit einer Langzeitbelichtung und manuellem Fokus durchzuführen.

Am nächsten Morgen war ich schon früh wach. Patagonia Reloaded dachte ich mir und “hamr eis ts Füdlä abgfrore” :-D. Naja nach dem Morgentee war alles halb so wild und wir machten uns auf zum Aufstieg, mit der Hoffnung auf eine tolle Aussicht auf die Lagunen. Die Hoffnung war noch an seidenem Faden während dem Aufstieg, doch dieser Riss als wir den höchsten Punkt erreicht hatten. Alles in Nebel, die schönen Farben konnten nur erahnt werden. Zudem noch die menschliche Ameisenkolonie die das Tongariro-Crossing in entgegengesetzter Richtung wanderten. Alles was Rang und Namen hat kam uns entgegen. Stereotypen wie “Sabine die Neo-Gluten-Frei Esserin”, gefolgt von Fitness-Fanatiker mit ihren Yoga-Pants oder Muskelshirts bis hin zu einer die die Wanderung Barfuss durchführte und damit “Eins” mit sich und der Erde war ;-). Das ich mich mit meinen Shorts und Männerleggins darunter, auch dazuzählen sollte, kam mir logischer Weise nie in den Sinn :-D.

Da war alles noch mehr oder weniger im Grünen Wettermässig

Da war alles noch mehr oder weniger im Grünen wettermässig. Klar wird hier warum diese Gegend für das “Mordor” Set von Lord of the Rings verwendet wurde.

Das einzige "gute" Bild vom höchsten Punkt mit einer Lagune drauf :)

Das einzige “gute” Bild vom höchsten Punkt mit einer Lagune drauf 🙂

 

Wir beendeten die Wanderung wieder bei besser Witterung und gönnten uns eine Dusche, bevor wir uns auf die Suche nach einem weiteren Camping machten.

Wiedersehen in Wellington

Die beiden nächsten Tage waren katastrophal. Als gäbe es kein Morgen mehr, hatte Petrus die Schleusen geöffnet. Immerhin fand ich auf einem 7$ Camping die bisher best ausgestattete Küche auf meiner Reise (Hostels und Camping). Nachdem das Wetter wieder besser wurde, wollten wir vor Wellington noch ans Cape Palliser. Dort angekommen konnten wir etwa 50-70 Seelöwen beobachten. Dementsprechend wurde ich wieder mit der Langzeitreise-Krankheit “Scho lässig u so, abr hani iz scho x mau xeh” 😉 Natürlich beobachtete ich dennoch das Schauspiel und schoss ein paar Fotos 🙂

Strasse nach Cape Palliser

Strasse nach Cape Palliser

Cape Palliser

Cape Palliser

Eingang zu "Rivendell" :-p

Eingang zu “Rivendell” :-p

Auf dem Weg nach Wellington machten wir noch einen kurzen Stopp bei der “Dimholt Road” (auch Lord of the Rings), besser bekannt unter dem dem normalen Namen “Putangirua Pinnacles” 🙂

 

In Wellington angekommen fanden wir Unterschlupf im Haus von Rufus Eltern. Rufus ist ein “Kiwi” welchen ich in Südamerika kennengelernt hatte. So wie ich wenn ich dann zurück in die Schweiz gehe, “musste” auch er nach seiner Langzeitreise wieder bei den Eltern einziehen. :-p Bin dann gespannt was mich erwartet bei der Rückreise 😉 In Wellington selbst hatten wir ein gutes Programm zusammengestellt. Zuerst mal Basketball und Tennis spielen, was ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gemacht hatte, dennoch reicht es noch längstens um meinen Freunden von zu Hause “t’Hüehner iztue” :-D. Wellington selbst ist wohl der windigste Ort wo ich jemals war, Neuseeland im Allgemeinen ist sehr windig. Erheiternd ist jedenfalls das es die Leute hier mit Humor nehmen. Überall sieht man Wind-Skulpturen in Wellington, selbst einen “vom Winde verwehten” nachgebauten Hollywood Schriftzug. In der Hauptstadt Neuseelands, die mir im Gegensatz zu Auckland sehr gut gefällt, besuchten wir die WETA-Studios. Dort wurde die Lord of the Rings und die Hobbit Trilogien produziert. Die Hintergrundinformationen sind erstaunlich, so gab es ein Typ der 2 Jahre lang nur Eisenrüstungen produziert hat. Weiter gibt es Miniatursets, für die man 3 Monate brauchte um sie herzustellen und im Film dann vielleicht 15 Sekunden Leinwandzeit erhielten. Zudem ist Wellington ein Paradies für Craft-Bier Brauereien. Bestens empfehlen kann ich “The Garage Project” wo wir uns mit ein paar “Perlen des Hopfen und Malz Trunks” eindeckten.

The Garage Project

The Garage Project

 

Alkoholkauf in Neuseeland
Die Leber wurde auch in Neuseeland nicht geschont und somit fanden ab und an ein paar Bier oder ein Wein den Weg in unsere Einkaufswägen. Was ich aber nicht erwartete, im Anbetracht meiner stolzen 29 Jahre: “Can I see your Passport to verify your age?” Was??? “schliiiiiiifts?” Keine Ahnung wann ich das letzte Mal einen Ausweis für Bier oder Wein vorzeigen musste. Interessant ist, als Tourist muss man den Pass vorzeigen, ID oder sonstiges wird nicht akzeptiert. Wenn das schon nicht genug wäre… Wenn man mit einer Gruppe von zum Beispiel 4 Freunden in den Supermarkt geht und jeder kauft seinen eigenen Kram und nur einer kauft Alkohol, so müssen trotzdem alle min. 18 Jahre alt sein, resp. müssen alle den Pass vorzeigen. Achtung es geht noch weiter. Rufus hatte uns erzählt das er draussen vor dem Supermarkt mit seinem Bruder geplaudert hatte und danach alleine ein paar Bier kaufen wollte. Ging nicht, da die Kassierin gemeint hatte, das der Typ mit dem er geplaudert hätte, zu ihm gehört und sie deswegen keinen Alkohol an ihn verkaufen könnte. Wenn Familien zudem mit ihren Kindern einkaufen gehen die im “Trinkalter” sein könnten, so müssen auch die Kinder den Ausweis vorzeigen.    
Die Mamasita wird modifiziert

Die Mamasita wird modifiziert

Wir verbrachten 4 Nächte in Wellington bei Rufus und dann ging es weiter mit der Fähre auf die Südinsel. Hier passierte es. Die Fähre wurde für Samstag gebucht, sollte jedoch Freitag sein. Am Schalter dann alles halb so wild, ein Telefonanruf später konnten wir trotzdem “boarden”. Es gibt ja tragischere Geschichten, beispielsweise wenn man den Flug falsch bucht und dann 2 Wochen Florida mit zwei Freunden verpasst :-p

Mittlerweile bin ich zwar schon in Australien doch der zweite Bericht aus Neuseeland und der Südinsel folgt bald 🙂

Hier geht es weiter mit dem zweiten Teil in Neuseeland

1 Comment

  • Jsa

    Spannend kiran u wiieder super hiuder. Dr Geisi muess das öuä no mänggiscg lose wägem flug 🙂
    Mum

    20. March 2017 at 10:57

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