Neuseeland #2 – Road-Trip durch die südlichen Alpen

Neuseeland #2 – Road-Trip durch die südlichen Alpen

Dieser Artikel behandelt folgende Themen:

  • Ab durchs “Nichts” im Awatera Tal
  • Die Westküste und ihre Gletscher
  • Queenstown
  • Fjordland-Nationalpark und der Süden der Südinsel
  • Glenorchy und Mount Aspiring Nationalpark
  • Mount Cook Nationalpark, Mount Sunday, Arthurs-Pass zurück nach Auckland

Ab durchs “Nichts” im Awatera Tal

Nach geschlagenen 3h kam die Fähre mit uns und der Mamasita auf der Südinsel in Neuseeland an. Genauer gesagt in Picton. Hier entschieden wir das es nichts Grossartiges zu sehen gibt und fuhren weiter nach Blenheim. Frisch aufgetankt und mit Einkäufen aus dem Supermarkt ausgerüstet fuhren wir über den Taylor-Pass. Das war denn auch schon ein erstes Highlight auf der Südinsel. Wir waren praktischen die einzigen unterwegs, was wohl dem Erdbeben im November geschuldet war. Den wegen diesem Erdbeben war die Fahrt auf der Strecke entlang der östlichen Küste nach Christchurch nicht möglich. Schlussendlich entschieden wir für den nächsten Tag, dass im “Nichts” liegende Awatera Tal zu durchfahren. Wir fanden das wohl erste Camping wo wir die einzigen Camper waren. Nach, oh welch Überraschung, Lord of the Rings und oh, noch die grössere Überraschung ich bin schon wieder eingepennt, kam dieser Tag zu einem Ende.

Taylor-Pass Route

Taylor-Pass Route

Taylor-Pass-Route

Taylor-Pass-Route

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es ins Awatera Tal. Der erste Abschnitt war noch auf geteerter Strasse, doch schon bald fanden wir uns auf Schotterstrasse mit unzähligen Korrekturen wieder. Schon 1h später wurden wir zu einem Stopp “gezwungen”. Mutter und Tochter aus China haben ihren Luxus-Mietwagen in einen Pickup eines Neuseeländers gedonnert. 😀 Nach Angabe der Mutter hatte sie am linken Rand der Strasse fahrend, das Muffensausen bekommen, weil ein Abgrund folgte. Naja, trotzdem ist es wohl nicht die beste Idee mit einem Mietwagen in einer Kurve der entsprechenden Schotterstrasse mittig zu fahren. Zugegeben die Chance für einen Unfall, da wir die gesehenen anderen Autos am ganzen Tag an einer Hand abzählen konnten, würde ich auf 0.1% schätzen. Der Neuseeländer hatte sich zudem eine leichte Handverletzung zugezogen, nahm den ganzen Unfall jedoch mit respektablem Humor 🙂 Da wir in einem Funkloch waren, fuhr Michael mit dem Kiwi zurück zur nächstgelegenen Farm um die Polizei und Abschleppdienst zu informieren. Ich versuchte zudem mit den Chinesinnen die Strasse zu sperren resp. andere Autos über den Unfall zu informieren. Zum Glück kamen während 2h nur 2 Autos durch :). Die Kommunikation mit den Asiaten war nicht einfach. Meine Mandarin-Kenntnisse beschränken sich auf “nǐ hǎo” :). Zudem verpflegten die beiden mich mit Essen und  versuchten ihre Reisepläne mir mitzuteilen 🙂 alles in allem Glück im Unglück für alle Beteiligten. Michael und der Kiwi kamen zurück mit zwei Anwohnerinnen im Schlepptau. Wenn man schon hier im “Nichts” lebt und dann mal was passiert muss man ja auch vorbeischauen oder? 😉 Nachdem die Polizei eingetroffen war, gaben die Chinesinnen preis, das sie eine Dash-Cam installiert hatten. Zum Glück für den Neuseeländer, denn er hatte seinen Pickup nämlich nicht versichert und mit dem Video-Beweis wird er wohl versicherungstechnisch entlastet :). Was für ein Start in den Tag. 🙂

Weiter ging es durchs “Nichts” und traumhafte, endlose Landschaften. Nach zirka 4h erreichten wir den Lake Tennyson. Das Camping lag am Fusse des Sees und direkt an einem Berg. Michael und ich schauten uns an und wussten sofort was der andere denkt. Zirka 1h später waren wir am, sagen wir fast, Gifpel. Ich hatte die Glorreiche Idee zwei Flaschen “Gifpel-Bier” mitzunehmen. Nun denn, ich war nicht der einzige mit dieser Idee. Somit hatten wir vier Bier bei tollem Sonnenuntergang. Der Weg “Nizi” ging dann ziemlich “Gäi”. Wir konnten auf dem Schotter richtiggehend runtersliden. Nach einem Mücken-, Sandfliegen- und anderen, dummen, lästigen Ungeziefer-Massaker, kamen weitere ereignisreiche 24h zu einem Ende.

Awatera Valley

Awatera Valley

Lake Tennyson.

Lake Tennyson.

Die Westküste und ihre Gletscher

Unserer weiterer Reiseplan führte uns Tags darauf an die Westküste. Mein Ziel war klar, ich will einfach ein Camping finden mit gutem Wifi, schliesslich war heute Abend der Australien Open Final zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. Gesucht gefunden. Bei einem guten Craft-Bier genoss ich den Sieg des Schweizers in vollen Zügen :).

Als nächstes standen die Pancake Rocks auf dem Programm die unterwegs auf der Strecke einfach erreicht werden konnten. Die Gesteinsformationen waren schön anzusehen, zudem versuchten wir an einem Ort Pinguine zu sichten, leider ohne Erfolg. Eine kleine Perle war dann Hokitika. In diesem Örtchen gab es vor kurzem einen Schwemmholz-Kunstwettbewerb. Die Ergebnisse waren teilweise sehr verblüffend. Nach 5min hatte ich es aber gesehen, was für ein fürchterlicher Reisende ich doch bin. ;-).

Pancake Rocks

Pancake Rocks

Aussicht von den Pancake Rocks

Aussicht von den Pancake Rocks

Den ersten Gletscher, Franz Josef Glacier, erreichten wir 24h später. Den ganzen Tag “brunzte” es vom Himmel, so dass Michael und ich mal wieder unseren Internet-Angelegenheiten nachkamen.

Wir entschieden uns nicht der Massenpilgerung zum Gletscher zu beteiligen, sondern eine 8h retour Wanderung auf den nahe gelegenen Berg Axel Knob vorzunehmen. Am Anfang regnete es leider, doch auf dem Gipfel angekommen wurde das Wetter allmählich besser. Insgesamt entschieden sich gerade mal drei andere Leute für diese Wanderung an diesem Tag. So trafen wir einen Holländer und Spanier und schmiedeten Barpläne für den Abend, die dann auch ausgeführt wurden ;-). Die Aussicht übrigens von Axel Knob aus gesehen, fantastisch. Vom Gletscher konnte man bis zur Küste sehen.

Franz-Josef-Gletscher

Franz-Josef-Gletscher

Der kommende Tag war dann nicht so geplant. Zuerst kamen wir am Fox-Gletscher an, wo wir den Lake Matheson sehen wollten. Wenn man diesen googelt, kommt man ins Schwärmen. Bei dichtem Nebel sieht die Aussicht leider ziemlich 0815 aus und wir waren kurz darauf schon wieder auf dem Weg. Der Fox-Gletscher oder der Pfad zu ihm war wegen Gerölllawinen-Gefahr gesperrt. Wir wollten keine Zeit hier verplempern. Das einzige was es sonst im Ort zu sehen gab, waren Neureiche-Asiaten mit Designer-Brands von Fuss bis Kopf ausgestattet, die im 5min Takt mit Helikoptern zu den beiden Gletscher flogen :-p.

Weiter ging der Mammut-Tag im Camper, die Mamasita wurde richtiggehend geschändet. 😀 Von der Westküste ging es Land einwärts über den Haast-Pass. Unten im Tal angekommen, übernachteten wir an einem der besten Camp-Spots der Neuseeland-Reise, am Lake Hawea. Hier ging das Gemetzel der Mücken/Sandfliegen-Kombo in die wohl schon 10te Runde, wie ich diese Fiecher hasse… 🙂

Unterwegs auf dem Haast-Pass

Unterwegs auf dem Haast-Pass

Lake Hawea

Lake Hawea

Queenstown

Die Strecke zwischen dem Lake Hawea und Queenstown via Wanaka war die bisher schönste in Neuseeland. Viele Fotostopps später erreichten wir die Touristenhochburg Queenstown. Willkommen in Interlaken dachte ich mir. Teilt die Outdoor-Hochburg der Schweiz doch unzählige parallelen mit der aus Neuseeland.

  • Praktisch alle möglichen Outdoor-Sportarten können betrieben werden
  • Es hat mehr Touristen als Einheimische
  • Die Einheimischen dort arbeiten meist nur Saisonal in Queenstown
  • Alles ist teurer
  • Die Landschaft drum herum ist Atemberaubend
  • Es hat ein anliegender See :-p

Wir natürlich mal wieder Planlos hier her gefahren, hatten kein Camping oder Hostel gebucht, obwohl wir wussten das es in Queenstown schwierig werden würde ohne Reservierung. Wir wollten aber die Gelegenheit zum Feiern nutzen, da wir das Wochenende hier verbringen werden. Nach 2h hatten wir unsere Unterkünfte…. 😀 oder eher >:[]

Schlussendlich endeten wir für eine Nacht im ach so tollen Base-Teenie-Tempel, um am nächsten Tag gleich in die andere “Ich bin zwar jung aber schlucke literweise Lebenserfahrung mit dem Trichter im Mund-Teenie-Hochburg” – Nomads. Die Diskussionsthemen in diesen Hostels auf 2-3 Themen beschränkt, fanden wir uns schnell in der Bar wieder. Zudem haben wir natürlich einen Fergburger probiert, der ja international bekannt sein soll ;-). Wir fanden eine Bar mit guter Livemusik, um danach einen Club aufzusuchen. Wenn man rein und rausgeht wird man vom Türsteher immer höflich gefragt “How are you feeling?Everything alright mate?”. Bei den ersten Wiedereintritten habe ich dies mit einem “All good” beantwortet. Doch nach und nach kam meine Leber mit der Verarbeitung von C2H6O nicht schnell genug nach. Somit war beim dritten Wiedereintritt in den Club meine Antwort “I am feeling f****** splendid”. Ich muss wohl nicht weiter ausführen das diese Antwort nicht zum gewünschten Ergebnis des Weiterfeierns führte. :-)) Das Wochenende kam zu einem guten Zeitpunkt. Michael und ich waren jetzt wieder motiviert für die interessantesten Teile der Südinsel, ab geht es in den Fjordland-Nationalpark!

Strasse zwischen Camping Lake Hawea und Wanaka

Strasse zwischen Camping Lake Hawea und Wanaka

Lake Hawea

Lake Hawea

Weils so schön war, noch eins --> Lake Hawea

Weils so schön war, noch eins –> Lake Hawea

Fjordland-Nationalpark und der Süden der Südinsel

Unser nächstes grösseres Highlight sollte der Kepler-Track sein, ebenfalls ein Great Walk wie der “Lake Waikremoana” und der “Tongariro Ciruit”. Um dorthin zu gelangen verbrachten wir eine Nacht in Lumsden. Ein super kleiner Ort der sich die Campervan-Touris zu Herzen nahm. Am alten Bahnhof gab es Wifi, unzählige Abstellplätze, fliessendes Wasser usw. und das alles umsonst, davon können wir in der Schweiz wohl nur träumen.

Da am nächsten Tag der Super-Bowl über die Bühne geht, zogen wir früh Richtung Te Anau auf, der Ausgangspunkt für den Kepler Track. Wir waren die ersten in der Bar und sicherten uns die besten Sitzgelegenheiten. Zur Feier des Tages kriegten wir als erste Gäste die erste Runde umsonst. Ich Bier und Michael, wie es der Bartender schön ausdrückte, seine “Pussy-Coke” :-D. Der grösste American Football Fan bin ich ja ganz und gar nicht, dann schon eher Rugby, doch in Anbetracht das es wohl einer der besten/spannendsten Super Bowls in der Geschichte war, genoss ich das Spiel. Te Anau selbst ist ziemlich klein mit dem nötigsten Ausgestattet. Das Restprogramm des Tages bestand aus Proviant kaufen und der Planung des Kepler Tracks.

Kepler Track (Great Walk)

Details zu dieser Wanderung
  • Standort = Südinsel
  • Distanz = 60km
  • Tage = 3
  • Landschaft = Man wandert den ersten Abschnitt wie so oft in Neuseeland durch Buchenwald. Nach dem Aufstieg befindet man sich in alpiner, jedoch sehr karger Landschaft wieder. Die Aussichten = Atemberaubend. Nach dem Abstieg wieder im Wald läuft man parallel zu einem Fluss zurück an den Ausgangspunkt. Zudem hat man Aussicht auf die Seen Lake Te Anau und Lake Manapouri

Die Absolvierung der Mehrtageswanderung wird in 4 Tagen vorgeschlagen, für uns also 3 :-p. Diesmal wollten wir keine Huts buchen und Geld sparen. Damit dies im legalen Rahmen geschieht, war hier die Regel zu beachten, min. 500m weg von einer Hut und min. 200 weg vom Wanderweg zu Zelten.

Wir begannen Tag 1 relativ spät um 11:30. Bei bestem Wetter wanderten wir auf flachem Gebiet durch einen dichten Buchenwald, gleich neben dem See Te Anau. Nach zirka 6km begann der Aufstieg. Da wir nach den ersten paar Wanderungen unsere Beinmuskulatur ein wenig aufbauen konnten, ging es im Eiltempo hoch. Unterwegs überholten wir einige Gruppen, was ein wenig nervend war, da es uns aus unserem Rhythmus brachte. Nachdem die Waldlandschaft hinter uns lag, sahen wir endlich die tolle Berglandschaft. Wir genossen jeden Meter bis zur ersten Hut wo wir unseren verspäteten Mittagsstop einlegten. Danach ging es im Perimeter um den Bergherum auf und ab. Unterwegs legten wir einen kleinen Umweg ein um den Mount Luxmore zu besteigen. Bei der Rückkehr begegneten wir dann zum ersten mal den “Kea”. Ein Kea ist ein Berg-Papagei, die einzigen ihrer Gattung auf der ganzen Welt. Wir waren überrascht wie neugierig die Vögel sind und wie schön das Federkleid daherkommt. Wir machten unzählige Fotos, seht selbst :).

Kepler Track

Kepler Track

Kepler Track

Kepler Track

Kepler Track

Kepler Track

Kea

Kea

Kea

Kea

Kepler Track

Kepler Track

Schüchternheit seitens des Kea = Fehlanzeige

Schüchternheit seitens des Kea = Fehlanzeige

Nun war es an der Zeit eine ebene Fläche zu finden, 200m vom Wanderweg entfernt, um unser Zelt aufzuschlagen. Wir fanden eine, und was für eine :). Die Nacht war eiskalt doch dafür wurden wir mit traumhaften Aussichten belohnt. Weiter ging die Wanderung auf und ab für ein paar Kilometer. Der Abstieg war dann kurz und schmerzlos. Wir passierten die nächstgelegene Hut und verpflegten uns. Die Wälder in Neuseeland kommen zwar sehr schön, ruhig und friedlich daher, doch nach 30min, sorry, wir es dann halt doch eintönig. Somit schraubten wir das Tempo ein wenig hoch und spulten Kilometer ab, bis wir wieder ein schönes Camp-Plätzchen fanden, direkt am Fluss. Am letzten Tag dann dasselbe, immerhin kamen wir an einem sehenswerten Moor vorbei, das bei Trockenheit Wasserreserven speichert und bei Überflutung enorme Wassermengen aufnehmen kann. Zurück in Te Anau gönnten wir uns einen Holiday-Park, wo wir mal wieder Wäsche waschen konnten.

Aussicht vom Camp 1

Aussicht vom Camp 1

Seit ich in Neuseeland war, war ich in Kontakt mit meinem alten Schulkollegen der 1-6 Klasse, Ville 🙂 Da wir beide in Te Anau waren, trafen wir uns auf ein paar Bier und tauschten alte Geschichten aus, wobei wir beide ein wenig überrascht waren wie viel wir noch wussten :-D. Wenn man sich schon in der Schweiz nie mehr gesehen hatte, warum denn nicht einfach am anderen Ende der Welt :-p. Es sollte übrigens nicht die einzige Begegnung mit alten Bekannten sein.

Den Titel den wir bei Missgeschicken vergeben benannten wir “Depp des Tages”. Am Tag 1 nach dem Kepler-Track gab es ein Kopf an Kopf-Rennen. Michael, schon 3000 Wörter in die Smartphone-Tasten reingehämmert für seinen Blog, schmiss unglücklicherweise alles hin. Er war der Situation entsprechend “angepisst”, ich lieh ihm mein Laptop und 2-3h später war bei ihm alles gut. Bei ihm, aber nicht bei mir. Ich zerstörte unsere Lichterkette, etwa in der Mitte und Ersatz fanden wir in Te Anau nicht. Zudem fuhr ich Rückwärts in einen Anhänger, nicht das die Mamasita einen Schaden davon getragen hätte, wobei ein Blechschaden mir so oder so ziemlich egal gewesen wäre. Ist ja nicht so das mein Toyota Estima 1995 mit 230’000km eine Perle der Autoingenieurskunst wäre 😀

Bei nicht so tollem Wetter fuhren wir Richtung Milford-Sound. Nach der Tunneldurchquerung wurden wir von beiden Seiten von Felswänden eingekesselt. Auf dem Camping bereitete ich zum wiederholten mal meinen Curry-Dip (oder besser gesagt den meines Vaters) zu und beobachtet ein französisches Pärchen beim Busse-Bezahlen, weil sie sich aufs Camping schmuggelten ohne zu bezahlen 🙂 In Milford konnten wir den nächsten Great Walk nicht durchführen. Dieser gilt als der beliebteste, Camping im Zelt ist jedoch nicht erlaubt und somit waren alle Hütten schon Monate im Voraus ausgebucht.

Auf dem Weg nach Milford

Auf dem Weg nach Milford

Auf dem Weg nach Milford

Auf dem Weg nach Milford

Die nächsten Tage ging es weiter in den Süden bis zum südlichsten Punkt auf der Südinsel “Bluff”. Dort gabelten wir zwei Hitchhiker auf die den “Te Araroa” Wanderweg begangen sind. In Zahlen, 3000km durch ganz Neuseeland. Hut ab vor dieser Leistung, dementsprechend war der Zustand ihrer Beine :). Auf dem nächsten Camping waren wir dann gleich neben drei deutschen “Generation 18” Mädels parkiert, die alle zusammen in ihrem Toyota Yaris pennten… mmmh sehr bequem ;-). Auf einem weiteren Camping nahe des Nugget-Points den wir auch besuchten, fanden wir einen gut aufgestellten Campingbetreiber. Nachdem er erfahren hatte, dass ich ein Laptop dabei habe, gab er mir einen USB-Stick mit den wohl absolut miesesten Raubkopien die ich je gesehen hatte, dabei waren vor allem Youtube Streams. Als wenn das schon nicht genug wäre… die Filme passten perfekt in die Kategorie “Japanische-Hau-Drauf-Fantasy-Schlägerei-Film”. 😀 Das lustige dabei sein Kommentar: “You can copy all movies from the USB-Stick, I downloaded/streamed them from youtube, and other sources. A friend told me it is illegal…. but who gives a shit?” 😀 Mit Bauchkrämpfen gingen wir zurück zum Auto 🙂 Wir hatten ein wenig Mitleid mit der Qualität und ich schob zirka 10 meiner HD-Filme auf den USB-Stick :-p.

South coast

South coast

"Numä äs bizeli Wind"

“Numä äs bizeli Wind”

Nugget-Point

Nugget-Point

The Catlins

The Catlins

Hier im Süden fuhren wir noch durch den Catlins Forest Park, welcher mich sehr ans Emmental erinnerte. Ach du schöne Heimat, einfach ohne Alpen-Ferraris. Was wird in der Schweiz als ein Alpen Ferrari bezeichnet, für alle Unwissenden:

  • Hauptsächlich in oberländischen Gebieten vorkommend, sehr populär im Emmental und Berner Oberland
  • Ein aufgemotzter Subaru (kann auch ein Mitsubishi Lancer oder Honda Civic sein)

So viel dazu 😀

Wie geht die Reise weiter, allmählich werden sich Michaels Weg und meiner trennen. Ein Highlight wollten wir noch zusammen erleben. Wir checkten das Wetter und tada, beste Aussichten für den Rees-Dart-Track im Mount Aspiring Nationalpark, auf gehts.

Glenorchy und Mount Aspiring Nationalpark

Der Rees-Dart Track soll es also sein. Mit einem Ausflug zum Cascade Saddle offiziell eine 5 Tageswanderung von welcher wir uns wieder einen Tag einsparen wollten. Dieser Track ist kein Great-Walk von dem her musste man nichts Reservieren. Will man in einer Hütte pennen kann man die Hütten-Pässe in den DOC-Zentren kaufen. Ich hatte von diesem Track auf einer “Off the beaten path” Website erfahren. Naja so off the beaten path ist der Rees-Dart-Track nicht, aber dennoch viel weniger bekannt und bewandert als die Great Walks. Warum er eigentlich nicht als Great-Walk bezeichnet wird, ist mir schleierhaft, war er wohl neben dem Kepler-Track der schönste in Neuseeland, aber dazu später mehr :).

Nachdem wir den Wetterbericht sahen, wollten wir unbedingt in zwei Tagen in Glenorchy ankommen. Unterwegs dann das unerwartete Highlight, der Highway 8 zwischen Puranaki und Alexandra. Zuerst durchfuhren wir eine grüne hügelige Landschaft, um danach in ein offenes Tal mit Bergen auf beiden Flanken zu fahren. Wir machten unzählige Fotostops. Hier einige Schnappschüsse der Strecke….

Highway 8

Highway 8

Highway 8

Highway 8

Highway 8

Highway 8

Highway 8

Highway 8

Um nach Glenorchy zukommen mussten wir erneut in Queenstown durchfahren, jedoch ohne Übernachtung. Der Weg von Queenstown nach Glenorchy war abermals ein traumhafter Streckenabschnitt. In Glenorchy gibt es ein bekanntes Camping wo fast alle Camper-Touris waren. Wir organisierten einen Transport zum Ausgangspunkt, da die Strasse überfluten kann und ich das Risiko mit unserem “Chlapf” nicht eingehen wollte.

Strecke zwischen Queenstown - Glenorchy

Strecke zwischen Queenstown – Glenorchy

Strecke zwischen Queenstown - Glenorchy

Strecke zwischen Queenstown – Glenorchy

Rees Dart Track (inkl. Cascade saddle day walk)

Details zu dieser Wanderung
  • Standort = Südinsel
  • Distanz = 83km
  • Tage = 4
  • Landschaft = Man wandert mit dem Berg im Vordergrund durch ein Moorgebiet mit mehreren Flussüberquerungen, nasse Füsse garantiert. Danach verlässt man das Tal und es geht durch Wald über Stock und Stein hoch. Die weitere Landschaft ist alpin. Berge in jede Himmelsrichtung. Der Cascade Saddle bietet eine Gratwanderung mit traumhafter Aussicht auf den Mount Aspiring Nationalpark. Der Weg zurück durch ein anderes Tal verläuft mehrheitlich durch Wälder und Wiesen. Die Umgebung und Landschaft könnte gerade so gut in der Schweiz sein.

Tag 1 – Muddy-Creek –> Dart Hut (29km)

Da wir die ganze Wanderung in 4 und nicht in 5 Tagen durchführen wollen, hiess es “leiden” am ersten Tag. 29km mit allem Gepäck nur Bergauf.  Wir starteten gut gelaunt vor Sonnenuntergang vom Muddy-Creek-Carpark. Wir hatten den Tipp bekommen einfach immer entlang des Flusses zu wandern. Gesagt getan. Nach ein paar Kilometer mussten wir den Fluss 3x überqueren, was uns in eleganter Manier mit Stein zu Stein Sprüngen, ohne nasse Füsse als Resultat gelang. Doch dann hatten wir die glorreiche Idee den Plan am Fluss entlang zu wandern verworfen. Jeder kennt es… der Moment wo man verzweifelt versucht nicht nass zu werden, bis zum Punkt der totalen Resignation, wo einem alles wortwörtlich scheiss egal ist :-D. So geschehen bei uns, der erste Abschnitt heisst ja nicht umsonst “Muddy-Creek”. Teilweise war ich knietief im Modder versunken, Michael verpasste es glücklicherweise diese Aktion für die Mitwelt festzuhalten :-p. Wir kamen weiter vom eigentlichen Weg ab, wobei es ja egal gewesen wäre, da wir so oder so pflotschnass waren. So gingen wir einen unnötigen Hügel hoch und wieder runter, mussten eine kleine Felswand überqueren und durchs Geäst hindurch, kamen wir wieder auf den richtigen Weg. Als der Moor-Abschnitt endlich durch war, ging der Aufstieg los. Von hier an nur noch aufwärts bis kurz vor Schluss. Wir kamen in eine alpine Landschaft und die Berge waren auf beiden Seiten zum anfassen Nahe. Die Landschaft könnte gerade so gut in der Schweiz sein. Der einzige Unterschied, leider gibt es in Neuseeland fast keine Singvögel mehr. Laut einer Aussage eines Einheimischen hatte man versucht mit der Einführung des Wiesels das Rattenproblem zu lösen, doch für die Wiesel waren die Vögel die leichter zu erbeutende Opfer. Endlich bei der Shelter Hut angekommen gönnten wir uns eine 1h Pause. Der letzte Abschnitt bis zum höchsten Punkt hatte es dann in sich. Vor allem die letzte Rampe. Auf dem Rees-Saddle angekommen gabs dann mal den ersten Handschlag auf diesem Track. Die Aussicht natürlich Phänomenal. Von hier aus führte der Pfad runter zur Dart-Hut was einfacher klingt als es war. Unsere Beine waren schon relativ Müde und nun ging es vor allem in die Knie. Die Hütte perfekt gelegen war rappel voll. Naja wir wussten das wir nicht die einzigen sein werden, die das gute Wetter ausnützen werden. Generell war das Wetter in Neuseeland relativ schlecht, doch auf allen Wanderungen hatten wir praktisch bestes Wetter. Michael fand noch ein freies Bett und ich kriegte von einer deutschen die schon ein Bett hatte, zumindest ihre Iso-Matte um am Boden zu pennen. Was für ein Tag 🙂

Rees-Valley

Rees-Valley

Rees-Valley

Rees-Valley

Rees-Valley

Rees-Valley

Tag 2 – Dart Hut –> Cascade Saddle –> Dart Hut (20km return)

Tag 2 war ein hin-und-zurück Tag. Resp. 10km auf den Cascade Saddle und 10km zurück. Das Gute daran war, wir mussten nur Tagesgepäck mitnehmen. Alle im Hut starteten schon relativ früh, aber das waren vor allem Solche die sehr langsam unterwegs waren. Michael und ich gingen um 10:00 los. die ersten 7-8km ging es durch ein Tal mit Sicht auf Berggipfel, Flüsse und einen Gletscher, Top. Das Wetter hätte für das Highlight der Wanderung nicht besser sein können. Wolken, fast Fehlanzeige. Da wir beim Aufstieg wieder eine andere Route wählten, fanden wir uns in steinigem Gelände wieder. Wir kraxelten hoch und 1h später erreichten wir das Grat, den Cascade Saddle. Die beste Aussicht auf der Neuseeland-Reise, hmm schwierig zu sagen, ganz sicher Top-3. Auch hier konnten wir wieder Kea beobachten und dann passierte es fast. Die Kea gelten als sehr intelligent, was sich in ihren heimtückischen Klau-Versuchen wiederspiegelt. Einer kam von vorne mir entgegen und lenkte meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich ohne Kamera nähere mich dem Vogel und von hinten kam sein Kumpel/Mutter/Vater/was auch immer und versuchte meine Kamera zu schnappen und davon zu fliegen. Zum Glück bemerkte ich den fiesen Versuch und konnte den anderen Vogel noch rechtzeitig verscheuchen. Von anderen Wandern erfuhren wir das sie z.B. ihre Wind/Regenjacken an Kea verloren hatten :-D. Die Vögel können unter anderem auch Autoreifen problemlos zerstören. Vor dem Tunnel des Milford-Sounds sahen wir viele, die es sich auf dem Dach der Autos bequem machten und versuchten die Gummi-Isolationen der Fenster zu fressen. Hier auf dem Cascade Saddle gelang mir ein schöner Schnappschuss eines Kea, kurz vor seinem Abflug. Nach 1-2h auf dem Grat ging es dann den selben Weg zurück zur Dart-Hut wo ich glücklicherweise ein freies Bett fand.

Cascade Saddle Track

Cascade Saddle Track

Cascade Saddle Track

Cascade Saddle Track

Cascade Saddle Track

Cascade Saddle Track

Kea beim "Take-off"

Kea beim “Take-off”

What a view

What a view

Tag 3-4 – Dart Hut –> Daleys Hut –> Chinaman car park

Normalerweise hätten wir jetzt wieder umkehren müssen und denselben Weg zurückgelegt bis zum Muddy Creek. Den der weitere Abschnitt war zirka 2 Jahre gesperrt wegen einer Gerölllawine. Jedoch war der Weg seit zirka 1 Woche inoffiziell freigegeben und wurde 2 Wochen später offiziell wieder eröffnet, was für ein Glück. Von nun an ging es nur noch runter. Wieder durch Wald und wieder durch schöne Wiesen erreichten wir die Daleys Hut ziemlich früh, wo wir uns noch ein Bad im eiskalten Fluss gönnten. In der Hut war die Stimmung dann super, da wir die meiste Zeit mit der gleichen Gruppe unterwegs waren. Da waren zwei Australier, zwei Engländer, eine Deutsche, eine Waliserin, ein Belgier, zwei Slowaken, zwei Kanadier, ein Tscheche und Michael und ich, multikulti at its best :-D. Dementsprechend lustig waren die Diskussionen und der Erfahrungsaustausch im Allgemeinen bezüglich dem Thema Reisen.

Dart-Valley

Dart-Valley

Wandergruppen die sich halt mal so ergeben :)

Wandergruppen die sich halt mal so ergeben 🙂

Am vierten Tag mussten wir die ehemalig gesperrte Zone durchqueren, was anstrengender war als gedacht. Die meiste Zeit verbrachten wir jedoch im Wald im Matsch. Man sah und vor allem hörte die “Super-Touri-Boote” die im 10min durch den Fluss ins Tal von wo wir herkamen hochdonnerten :). Beim Parking warteten wir noch auf die anderen und gingen mit unserem Transport zurück nach Glenorchy.

Mit dem Rees-Dart-Track endete die vierte und letzte Mehrtageswanderung in Neuseeland.

Dart-Valley

Dart-Valley

Dart-Valley

Dart-Valley

Routeburn-Track (Great-Walk)

Glenorchy bietet die optimale Ausgangslage für Mehrtages -oder Tageswanderungen. Da gebe es noch den spektakulären Earnslawburn-Track welchen wir aber auslassen haben. Viel eher wollten wir noch einen weiteren Great-Walk auf unserer Liste abkreuzen und zwar den Routeburn-Track.

Doch nach den 4 schönen Tagen auf dem Rees-Dart-Track wollten wir mal einen Tag pausieren. Wir blieben also auf dem Camping und gönnten uns mit anderen des Track ein BBQ. Am darauffolgenden Tag sollte es dann losgehen. Der Routeburn-Track ist nur 32km und könnte daher in einem Tag problemlos absolviert werden. Da das Ende aber in der Nähe von Milford-Sound ist und man zirka 4-5h Stunden mit dem Auto braucht um zurück nach Glenorchy zu gelangen, hatten wir andere Pläne. Wir gingen die Ostseite hoch bis zur Spitze, was etwa 12km entspricht und dann wieder zurück. Die beiden Anfangsteile der Wanderung führen so oder so mehrheitlich durch waldiges Terrain und davon hatten wir nun schon genug gesehen.

Details zu dieser Wanderung
  • Standort = Südinsel
  • Distanz = 32km (Wir liefen 12km hin und zurück)
  • Tage = 1-2
  • Landschaft = Man wandert (startend von der Ostseite) durch Buchenwald hoch bis zur ersten Hut. Von hier verlässt man das waldige Gebiet und man befindet sich in rauer, alpiner Berglandschaft wieder. Ich war zwar noch nie in Schottland, aber so stelle ich mir die Landschaft dort vor 

Wir spurteten in der Manier rammliger “Chünglä” regelrecht hoch um die Aussicht länger geniessen zu können. Heute war das Wetter zwar nicht schlecht, aber der klare blaue Himmel wurde uns verwehrt. Die Landschaft war dennoch “magnifique”. 😉 Auf dem Weg nach unten, hatte es dann eine zirka 60 jährige Amerikanerin etwa nur 5m vor uns “ufe Ranze gschletzt”. Mit einer Blutwunde am Kopf musste sie verpflegt werden. Ich spurtete also zur nächsten Hut, zum Glück war diese in der Nähe, um den dortigen Ranger zu informieren. Michael kümmerte sich währenddessen um die Frau. Als ich mich mit dem Ranger schon wieder auf dem Weg nach oben befand, war die Amerikanerin schon wieder putzmunter wie ein überzuckertes Wiesel auf den Beinen und auf dem Weg zur Hütte, Sachen gibt es. Bis zur Hütte riss sie auch noch Witze über ihren Sturz, es ist ja nichts passiert und alle nahmen es dementsprechend mit Humor :D.

Routeburn-Track

Routeburn-Track

Routeburn-Track

Routeburn-Track

Zurück in Glenorchy verbrachten wir noch den letzten gemeinsamen Abend und am nächsten Tag in Queenstown hiess es Abschied nehmen. Mit Michael bin ich nun die meiste Zeit in Neuseeland rumgereist. Wir beide hatten wohl Glück zusammen zu Reisen. Gleiche Präferenzen der Sehenswürdigkeiten in Neuseeland, gleiche Fitness für die Wanderung, gleiche finanzielle Mittel und gleiche Vorstellung der Fortbewegung. Für die Zeit hiermit noch einmal ein grosses Dankeschön an dich Michael! 😉

Team Deutschland/Schweiz

Team Deutschland/Schweiz

Team Deutschland/Schweiz

Team Deutschland/Schweiz

Er hitchhikte weiter und ich verblieb für ein paar weitere Tage in Queenstown. Hier traf ich Annie, eine Griechin aus Australien. Sie ist ein riesiger Fan des geordneten Mückenschwarms welcher sich im Kreis, Formel 1 genannt :-p. Tja ich auch und somit schmiedeten wir Pläne, falls ich nach Melbourne reisen werde, den Formel 1 Auftakt in Australien live zu Verfolgen, denn sie hat noch ein übriges Ticket ;-). Zudem traf ich auf einen Namensvetter aus Australien und einen lustigen, aufgestellten Norweger der zwischendurch am Nordkap lebt, für eine allfällige Nordlicht-Reise habe ich also schon einen Guide :-p.

In Queenstown traf ich dann Miriam mit welcher ich zusammen in die BMS gegangen bin. Sie selbst ist mit ihrem Freund ebenfalls auf Weltreise. Somit kam ich erneut in den Genuss mal wieder Dialekt Face-to-Face zu sprechen, was tatsächlich sehr angenehm ist :-D. Team Norwegen, Australien und Schweiz traf am Abend auf Team Dänemark, resp. 7 dänische Backpackerinnen. Oh klingt toll dachten wir, doch das permanente Dänisch sprechen verhinderte eine Konversation. Jedoch wurden wir Zeugen des von uns selbst erschaffenen Begriffs “Danish-Squat” ;-). Zwei der Däninnen “grüppeleten” an die Steinwand am Ufer und liessen dem Drang freien lauf. Was soll daran spannend sein? Bei Männern ist es ja auch nichts ungewöhnliches, Gleichberechtigung ich bin dafür :-D. “Danish-Squat for the win :-p

Für mich geht es nun weiter nach Wanaka, um die andere Seite des Mount Aspiring Nationalparks zu besichtigen. Auf dem Weg dorthin, das erste mal alleine am rum cruisen, passierte es dann. “Ä risä Chlapf” und gestottere… Ich dachte, “iz hesch dr Meis” und das Getriebe resp. Motor hat das zeitliche gesegnet. Doch nein, nachdem ich auf den Pannenstreifen fuhr, sah ich plötzlich meinen, eigentlich hinten am Unterboden fixierten Ersatzreisen durchflitzen. Mein Gesichtsausdruck in dem Moment wohl unbezahlbar. 15min vorher hatte es krassen Verkehr auf der schönen Crown Range Road, doch just in diesem Augenblick hatte ich Glück. Ich stieg wie von einem tollwütigen Orang-Utan gebissen aus dem Camper und sammelte meinen Ersatzreifen auf der Gegenfahrbahn zusammen. Beim zusammenflicken mit Kabelbindern, die ich glücklicherweise noch hatte, fahrten, wie ich später erfuhr, Miriam und ihr Freund vorbei, die mich aber nicht erkannten :). Zirka 30min später traf ich in Wanaka im Tourizentrum auf die beiden und erzählte von den Geschehnissen.

Da ich noch genügend Zeit zur Verfügung hatte, fuhr ich noch in den Nationalpark um die Tageswanderung zum Rob Roy Gletscher zu machen. Die Schotterstrasse war Level “Chilenisches Hochland” und es dauerte eine Weile. Ich sputete mich also den Weg hoch und hatte noch Glück das ein wenig Sonnenlicht auf den Gletscher strahlte.

Tags danach auf dem Camping passierte es dann wieder. Ich traf auf Charlie, den Belgier vom Rees-Dart-Track, wir beschlossen zusammen ein Kajak zu mieten und einen gechillten Tag auf dem Lake Wanaka zu verbringen.

Auf dem Weg zum Rob Roy Gletscher

Auf dem Weg zum Rob Roy Gletscher

Lake Wanka

Lake Wanka

Mount Cook Nationalpark, Mount Sunday, Arthurs-Pass zurück nach Auckland

Ein weiteres Highlight wartete gleich am nächsten Tag auf mich. Der Routenverlauf zum Mount Cook entlang des Lake Pukaki war fabelhaft, seht selbst.

Mount Cook im Hintergrund

Mount Cook im Hintergrund

Mount Cook im Hintergrund

Mount Cook im Hintergrund

Lake Pukaki

Lake Pukaki

Dort kam ich leider sehr spät an, zirka 14:30. Ich wollte unbedingt noch zur Mueller Hut, die Wanderung sollte 7-8h gehen, aber auch hier galt, ich zitiere einen einheimischen Neuseeländer “gilt nur für einbeinige Australier” :-D. Ich schaffte es hin und zurück in nicht ganz 3h, worauf ich ein bisschen stolz bin. Den während der ganzen Weltreise nahmen meine Trainingseinheiten kontinuierlich ab und dank den Wanderungen hier, bin ich nun doch wieder ein wenig fitter 🙂

Aussicht vom Mt Cook Nationalpark

Aussicht vom Mt Cook Nationalpark

Die Wanderung ist jedenfalls nicht ohne und die Rampen teilweise sehr steil, so steil das es am Anfang nur Stufen hat. Doch es lohnt sich alle mal, besser wäre wenn man wohl eine Nacht in der Hut verbringt, da die Aussicht 1a ist. Da es mein Zeitplan nicht zulässt länger zu bleiben, fahre ich schon am nächsten Tag weiter. In dieser Region könnte man aber gut noch 2-3 weitere Tage verbringen.

Entlang des Lake Pukaki gelangte ich zum Lake Tekapo. Beide Seen haben einen wunderschönen Blauton und sind von einer herrlichen Landschaft umgeben. Neuseeland ist landschaftlich neben Chile sicherlich das bisherige Highlight meiner Weltreise, für Naturliebhaber mehr als nur empfehlenswert. Mein nächsten Ziel kann der Kategorie “Nerd” zugeordnet werden –> Der Mount Sunday, oder besser gesagt der Ort wo Edoras in Lord of the Rings gedreht wurde. Nach einer Schotterstrasse durchs Nichts erreichte ich das Parking, nur etwa 6 Leute waren auf dem Berg, eher Hügel. Ich traf auf bernerische Ausreisser, die seit Jahren in Indonesien wohnen und mir tolle Geschichten erzählten. Beim Weg zurück kam mir dann die Japanische Klischee-Touri-Gruppe entgegen. Jeder mit min. zwei Vollformat-Spiegelreflex-Cams ausgestattet. Wenn ich ein Lord of the Rings Level 7 Nerd bin, dann sind diese Japaner min. auf Level 43. Der eine nahm doch tatsächlich sein mehr als 1m langes Replika-Schwert mit, natürlich fragte ich ihn für ein Foto, welches ihr hier “bestaunen” könnt :-p.

Sicht auf die Umgebung von Mount Sunday

Sicht auf die Umgebung von Mount Sunday

 

Ich mit LOTR Schwert

Ich begnügte mich jedoch nicht mit der Besichtigung des Hügels Mt Sunday und wollte eine Aussicht von weiter oben. Mein Weg führte zur Skistation Erewohn, keine Menschenseele zu sehen und totale Ruhe.

Der Arthurs-Pass stand als nächstes auf dem Programm. Doch aufgrund schlechten Wetters entschied ich mich hier keine Aktivitäten vorzunehmen. Nun ging es an der Westeküste nach Nelson in einem Tag. Da es Wochenende war entschied ich mich für ein Hostel. Mit einer zusammengewürfelten Truppe aus Chile, USA, Frankreich und Österreich gingen wir feiern. Im Club trafen wir auf Team Südkorea, dass schon reichlich einem am Sender hatte und nicht mehr in der Lage gewesen wäre, ein Dromedar von einem Kamel zu unterscheiden. Ich war nicht mehr in der Lage in mein oberes Kajüten-Bett zu klettern und lag mich ins Bett der Französin, die noch nicht vom Feiern zurückgekommen war. Am nächsten Tag gab es dafür eine Standpauke :-D.

Von Nelson ging es nach Ward, ein ruhiger Ort an der Nordostküste der Südinsel und von dort nach Wellington zurück. Wen traf ich beim der Verladung der Autos auf die Fähre? Na klar, in der Reihe nebenan auf der selben Höhe war Miriam und ihr Freund mit ihrem Van :). In Wellington konnte ich erneut bei Rufus ein paar Tage übernachten. Nachdem ich einige Dinge erledigte hatte, ging es an einem Tag nach Auckland. Dort war nur noch die Mission Camper verkaufen an der Tagesordnung. 3 Tage später war mein Neuseeland-Abenteuer beendet und es geht weiter mit dem Besuchen einiger Reisefreunde aus Australien :-D.

Danke Neuseeland, was für ein tolles Land! Man wird in jedem Geschäft angesprochen wie es einem Gehe, was man gemacht hatte usw… klingt vielleicht oberflächlich, war mir jedoch super sympathisch. Ich kann wirklich jedem empfehlen, kauft euch einen Campervan und fahrt das Land selbst ab!

Weiter geht es auf den Philippinen

Bye Bye Kea

Bye Bye Kea

 

4 Comments

  • Therese Sollberger

    Hallo Kiran merci für di Reisebericht es isch spannend a dine Erläbnis teil znä. Alles Gueti für dini Witerreis häb Sorg. Liebi Grüess therese sollberger

    8. May 2017 at 8:09
    • Kiru Mey
      Kiru Mey

      Hoi Therese

      Fröit mi das dr Inhaut uf Aklang stosst :). Bis iz chani würklech nid chlagä. ts Ändi isch mittlerwile ou absehbar, aber iz geits no chli witers.
      Liebe Gruess, zrügg Kiran

      8. May 2017 at 17:25
  • Rolf Maeder

    Hallo Kiran grossartigi Reisebrichte – sehr schöni Föteli. Ou dini Brichte us Südamerika excelente y real mente como la vida es en este parte del mundo – Gracias – u no ä schöni wyter reís – Grüess Röfe

    29. May 2017 at 15:29

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